2014-2015 Der große Forscherkreis

Die ersten Erfahrungen mit dem Co-Growing machten wir vor 6 Jahren, als unser Forscherteam ca. 40 Menschen umfasste. Damals brachte einer von uns regelmäßig seinen Sohn im Alter von 9 Monaten mit zur „Arbeit“.

Wir trafen uns damals im Privathaus des Initiators des Forscherkreises.

Einerseits begrüßten alle die Anwesenheit des jungen Menschen, weil es zum Selbstverständnis der neuen Work-Life-Balance gehörte. Auf der anderen Seite wurde deutlich, wie überfordert wir konditionierten Menschen mit der Situation waren. Das zeigte sich in folgenden Phänomenen:

  • Die Erwartungshaltung der meisten Erwachsenen war, dass das Kind zwar dabei sein darf, aber zugleich die Abläufe möglichst nicht gestört werden.
  • Die Grundhaltung des Vaters, dass sein Kind natürlich reifen soll, war für viele im Kreis eine Herausforderung, weil sie entweder der Meinung waren, dass “ein Kind” so einiges nicht darf und dies früh lernen muss oder weil sie glaubten, dass das Kind gefährdet sei.
  • Dadurch entstanden Probleme mit der Verantwortungsklärung. Entweder, weil sich andere als Beschützer des Kindes fühlten und es ständig mit beobachteten und meinten, nach ihrem Ermessen einschreiten zu müssen und sich dann nicht mehr auf die Arbeit konzentrierten. Oder es wurde nach dem “Erziehungsberechtigten” gerufen, weil sie selbst überfordert waren, sich altersgerecht abzugrenzen, wenn sie sich gerade in einer Arbeit vertieft hatten.

Auf der anderen Seite regten sich in uns Reflexionsprozesse:

  • Zum einen die Wahrnehmung des natürlichen Forscherdrangs im Kind, zum anderen die eigenen Konditionierungen, die zum Stoppen des Kindes aufrufen und damit die Hinterfragung der eigenen “Erziehungsmethoden” beim eigenen Kind.
  • Wir konnten auch wahrnehmen, wie oft uns die unbändige Energie eines nicht begrenzten Kindes selbst inspirierte und eine Sehnsucht nach dieser Energie in uns erzeugte.

2015 Die Gründung von evolwe

Diese wichtigen Eindrücke inspirierten uns zum Vertiefen. Mit der Gründung von evolwe verbrachten wir, 3-5 Erwachsene und 2 Kinder im Alter von eineinhalb und viereinhalb den Tag gemeinsam, diesmal in der Wohnung der Eltern.

Das neue Setting und das gemeinsame Selbstverständnis über die Forschernatur der Kinder und deren gleichwertige Rechte, was die Raumnutzung und den Energie-Ausdruck angeht, führte dazu, dass die negativen Erfahrungen wegfielen und der Gewinn dieses Co-Growings für Erwachsene und junge Menschen deutlich zunahm. Es gelang uns auch in schwierigen Entscheidungsprozessen die Impulse der Kinder als wichtige Hinweise zu nutzen.

Wir haben auch gute Erfahrungen gemacht auf Veranstaltungen, wo es uns genauso gelang, die “Arbeits”-Belange der Erwachsenen und die Reifungsprozesse der Kinder miteinander zu verbinden.

September 2017 Die Einschulung

Zwei unserer Töchter werden “schulpflichtig” und kommen in eine freie Schule, von deren Konzept wir uns viel versprechen. Nach einigen Monaten bereits erkennen wir, dass wir doch lieber selbst einen Ort schaffen wollen, wo sowohl junge als auch ältere Menschen gemeinsam wachsen können. Unser erster Gedanke war, dies in Form einer selbst gegründeten freien Schule zu tun.

April 2018 Gründung von Werdlinge

Wir gründen den Verein “Werdlinge” e.V. und beginnen mit der Planung zu Konzept und Aufbau einer Schule mit Kinderladen und Nachmittagsbetreuung. Dafür nutzen wir den CCP, ein Kollaborationsspiel.

August 2018 Werdlings-Garten-Party

In der oben erwähnten längeren Entwicklungsphase stellen wir fest, dass uns selbst noch einiges an Zusammenarbeitsvermögen fehlt, was auf verpasste, gestörte oder unzureichende Reifungsmöglichkeiten und den daraus entstandenen, suchtartigen Verhaltensmustern zurückzuführen war. Also legen wir unseren Fokus mehr darauf erst einmal selbst nachzureifen.

2019 Das gemeinsame Leben im Prototyping

Wir arbeiten weiter an unserer Nachreifung und “üben” parallel dazu mit kleinen Urlauben auf dem Land, Ausflügen und gemeinsamen Arbeits- und Party-Tagen das Zusammenleben.

Während der Verfeinerung unseres Konzepts und mit den gesammelten Erfahrungen entfernen wir uns immer weiter von dem Gedanken, eine staatlich anerkannte und somit auch mit Vorschriften belastete Schule zu gründen. Die Einführung der Masern-Impfpflicht ist dann das Sahnehäubchen.

Feb 2020 Konkretisierung

Der engere Austausch mit Jacqueline von Holiversal brachte uns in die Entschlossenheit, einen Campus zu designen und ins Leben zu rufen. Wir setzen mit unserer “Umschalt-Party” den Startschuss für unsere Campus-Idee, einen Platz für das Co-Growing von jung und alt. Hier konnten die Gäste in das Alltagsleben im Campus reinschnuppern. Zudem liefen wir beim Forschen des Nachreifens in die Zielgerade ein.

März 2020 Corona als Weg

Corona übernimmt das Kommando und wir bekommen durch die Schließungen von Schulen und Kinderläden die Möglichkeit geschenkt, unseren Campus (erstmal) zu Hause oder in der Natur auszuprobieren. Alles nimmt schärfere Formen an, wir beginnen mit der Immobilien-Suche, immer im Licht des Nachreifungs-Modus.

Mai 2020 Die Essenzen für den Inneren Jakobsweg

Mit unserer Forschungsarbeit finden wir alle notwendigen Essenzen, die der Mensch braucht, um seinen eigenen Inneren Jakobsweg – Nachreifungsweg zu gestalten. Diese Essenzen lassen sich in einem 14 tägigen Retreat erfahren und sortieren.

Schulfrei Juni 2020

Zum 1. Juni beginnt unser Campusleben noch an verschiedenen Orten. Und es ist aufregend….

Und wie es weiter geht, findet ihr in unseren Blogbeiträgen….