Es zu unserem machen

Geschrieben von Marisha

Unser neues Projekthaus ist wunderschön, jetzt geht es daran, ihm den Werdling-Spirit einzuhauchen, also es nicht einfach nur “wohnlich” einzurichten, denn wir haben ja ein Konzept.

Wir wollen die Räume nachhaltig, ökologisch und sinnvoll gestalten, sodass sie das Herz dessen widerspiegeln, was in ihnen stattfinden wird.

Ein paar Reparaturen stehen auch an und je nach Dringlichkeit und Tatendrang entscheiden wir, was zuerst drankommt.

Die Küche hat es am nötigsten, sie muss gestrichen werden, braucht Licht und ein paar Fliesen sind locker.

Nach längerer Recherche über ökologische Farben entscheiden wir uns für eine auf Kreidebasis. Das Anmischen des Pulvers und das anschließende Einfärben macht Spaß und ist ein Erlebnis für die Sinne.

Die Kinder sind sowohl bei der Farbentscheidung als auch beim Streichen tatkräftig mit dabei. Und weil sich die angemischte Farbe nicht lange hält, streichen wir gleich noch ein paar andere Zimmer mit.

Auch probieren wir Gewürze als Abtönfarbe aus. Der erste Versuch ist etwas zart geworden, aber wir werden weiter damit experimentieren.

Auch dem Material Holz widmen wir uns gerne und viel. Aus Evelyns altem Bettgestell wird ein Regal für die Bücherei, andere Holzreste werden zu Tisch und Ablage fürs Bad. Ausmessen, Sägen, Schleifen, Schrauben: alles neue Forschungsfelder für die Kinder und teilweise auch für uns. Welcher Arbeitsschritt muss zuerst passieren? Wie rechnet man die Lattenlängen aus? Wie funktioniert eine Stichsäge oder ein Schleifgerät? Und wie können alle mitmachen, auch wenn sie unterschiedlich alt sind und nicht jeder alles kann?

Jede Aufgabe lädt zum Wachsen ein.

Der Garten

Es ist schon so einiges vorhanden, hier auf diesem grünen Fleckchen. Es gibt ein paar Himbeersträucher, Lavendel, Flieder, Rosen, Hortensien, Wein und Kräuter. Außerdem einen kleinen Schuppen, das wunderbare Trampolin und Komposttonnen.

Da wir den Garten noch mehr in Richtung Selbstversorgung umwandeln wollen, darin aber eher unerfahren sind, fangen wir erstmal mit einigen kleinen Gemüsepflanzen und Obststräuchern und einem Kräuterbeet an.

Auch die halbvollen Kompostbehälter müssen untersucht werden. Eine Menge Fragen entstehen so: Wie oft müssen wir wässern? Was darf in den Kompost und wie pflegt man ihn? Welche Gartengeräte brauchen wir noch? Was wollen wir noch anbauen, und welche Art von Beet eignet sich wofür?

Einigen von uns juckt es in den Fingern und wir können es kaum abwarten, richtig loszulegen.

Bis dahin ist der Garten unser Platz zum Springen und Spielen, im Gras Lümmeln und zum gemeinsamen Essen, was bei diesem Sommerwetter natürlich besonders viel Spaß macht.

Der rote Faden

In dem ganzen Trubel um alles Neue vergessen wir nie, warum wir diesen Platz nun haben. Wir Erwachsene wollen nachreifen und für die Kinder Räume schaffen, in denen sie natürlich wachsen und forschen können.

Die Gestaltung des Hauses basiert auf dieser Idee. Für die verschiedenen Entwicklungsphasen richten wir geeignete Zimmer ein, in denen dann Aktivitäten passend zu den Phasen stattfinden können. Zum Beispiel einen Raum für den Werksinn, in dem gemalt, gebastelt, genäht und gewerkelt werden kann. Oder der Bereich für die ganz kleinen, wo wir in die ersten Bewegungen und den Kontakt zu unserem eigenen Körper, Gegenständen oder anderen Personen eintauchen.

Dieses Haus ist ein Mehrgenerationsprojekt, eine Gemeinschaft mit Sinn für Nachhaltigkeit, aber  durch diesen roten Faden einfach noch so viel mehr. Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse und verborgene Schätze zu bergen.

Wir sind unheimlich glücklich und dankbar, dass wir uns das alles gemeinsam erleben lassen.

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