Von Marisha

Nun, da wir die wichtigsten oder spannendsten Dinge installiert, gebaut oder repariert haben, stehen immer noch eine Menge Projekte an, die verwirklicht werden wollen.

Doch wie packen wir das an, ohne als Erwachsene (die ja noch mitten in der Nachreifung stecken) zu starke Vorgaben zu machen, die meist von eingeschränkten Überzeugungen durchwachsen sind? Und wie adressieren wir das Thema Nachhaltigkeit noch tiefer, als “nur” durch z.B. wiederverwertete Materialien und eigenem Gemüseanbau?

Wir reflektieren über diese Themen schon einige Zeit und mit dem neuen Haus können wir die Theorie nun in die Praxis umsetzen.

Ein Ansatz, der uns das Ursache-Wirkung-Prinzip näherbringt, ist, dass wir unser Geschirr und unsere Kleidung reduzieren. So wird ziemlich schnell erkennbar, wann abgespült oder Wäsche gewaschen werden muss, nämlich wenn wir keinen sauberen Teller oder kein T-Shirt mehr haben. Auch die Kinder nehmen das System in ihrem jeweils eigenen Tempo an und lernen natürlich wieder etwas dazu. Nach zwei Tagen ist auch der Fünfjährige stolz, die Waschmaschine bedienen zu können.

Was die Bau-, Näh- oder Gartenprojekte angeht, entsteht eine Tafel, an die alle Projektwünsche angeschrieben/angemalt werden können. Nun können sich morgens in der Ankommensrunde die Kinder einen oder mehrere davon aussuchen, auf die sie Lust haben. Die Erwachsenen unterstützen sie dabei.

Auf diese Weise kommen wunderbare Ergebnisse zustande, die nicht vom ungeduldigen Erwachsenengeist gestört, angetrieben oder korrigiert werden. Wir lernen loszulassen, wenn es nicht so schnell, so sauber oder so strukturiert zugeht, wie wir meinen, dass es sollte.

Geschmack geben

Nicht nur die Küche wird neu strukturiert, auch unser Essverhalten schauen wir uns neu an. Was gehört zu einer gesunden Ernährung und wieviel Energie in Form von Nahrung ist gut für jeden? Nach gründlicher Recherche und Miteinbeziehung unserer Erfahrungen erstellt Evelyn für uns alle einen Ernährungsplan.

Mit den Kindern gemeinsam präsentiert sie alles anschaulich und eindrücklich. Wir sind gespannt, was sich alles für uns auf diesem Gebiet verändern wird und wie wir damit umgehen werden. Wieder eine freudige Herausforderung zum Forschen und uns mit unseren Gewohnheiten auseinanderzusetzen.

Damit einhergehend überlegen wir auch, wie wir den Einkauf und die gemeinsamen Mahlzeiten gestalten wollen. Bestellung, Lieferung, SoLaWi, Supermarkt, alles wird unter die Lupe genommen. Auch die Budgets der einzelnen Haushalte müssen irgendwie zusammengeführt oder getrennt werden.

Was wollen und müssen wir ausgeben? Worauf können wir verzichten und was, glauben wir, brauchen wir unbedingt?

Wann und was essen wir als Gemeinschaft und was jede/r für sich?

Wir starten in die Testphase und sind gespannt, was sich alles zeigen wird. Auf jeden Fall wird es lecker!

Titelfoto von form PxHere

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